Die ESG und Ernst Lange
Ernst Lange entwickelte ein ungewöhnlich freiheitliches Gemeinde-Konzept, das wir uns zu eigen gemacht haben.
Der evangelische Theologe, Pastor, Ökumeniker und Kirchenreformer (1927-74) entwickelte eine "Ladenkirche" in einem umgebauten Bäckerladen in Berlin und war Mitglied des Ökumenischen Rates der Kirche [weitere Details]
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| Die ESG in der Parkstraße 107 |
Konkret heißt das in der ESG-Bremen:
evangelisch - ja!
ökumenisch - ja!
interreligiös - ja!
In der esg-Bremen beschäftigen wir uns natürlich auch mit unserer
eigenen Lebenswelt. Im Studi-Kneipentreff „lights“ entstehen am
laufenden Bande Gespräche unter Studierenden über ihre verschiedenen
Studieninhalte und unterschiedliche Herangehensweisen an das eine oder andere
aktuelle Thema, je nach fachlichem Hintergrund. Wissen wird ausgetauscht, Erklärungen
von Phänomenen, politischer, naturwissenschaftlicher oder religiöser
Art ebenfalls:
Warum explodierte diese PEP-Cola-Flasche während des Auftauens und nicht
schon in der Tiefkühltruhe? Warum können Wolken fliegen? Wie realistisch
sind die Weltuntergangsszenarien der Klimaforschung, und in welchem zeitlichen
Rahmen? Weist die Apokalypse darauf hin? Genfood – Folgenabschätzung:
wirklich so schlimm, oder nicht? Studiengebühren
– nein danke – aber welche Aktionen treten wir los, um sie zu
verhindern? Gehen wir am Wochenende zusammen ins Universum? Kommt was nach dem
Tod? Glaubst Du etwa an die Wunder in der Bibel? Wie war Dein Auslandssemester
in Russland?
In der Evangelischen StudentInnen-Gemeinde gehen wir aber noch einen Schritt weiter und suchen den interreligiösen Dialog und auch eine interkulturelle Praxis, weil der ganze bewohnte Erdkreis nicht nur unterschiedliche christliche Konfessionen beherbergt, sondern unterschiedliche Religionen. Ausgehend von dem Glauben, dass ein wirklich existenter Gott - die Quelle des Universums, der Welt und der Liebe - sich sicher nicht auf die jüdisch/christlichen Religionen als Offenbarungs- und Ausdrucksweg beschränkt haben kann, suchen wir mit Menschen unterschiedlicher Religionen die gemeinsamen Wurzeln und auch die gemeinsamen Früchte. Es ist der Versuch, das eurozentrische Weltbild, das den deutschen Protestanten oft innewohnt, und damit zusammenhängend auch ein eurozentrisches Verständnis unseres Gottes zu überwinden. Ist Gott denn evangelisch? Wir gehen davon aus, dass Menschen nicht nur vor Gott, sondern auch vor Menschen gleichwertig sind. Das gehört blöderweise nicht zum ideologische Standard in unserer Republik gehört.
So begegnen Dir hier, falls Du mal vorbeischaust, nicht nur Studierende, die evangelische ChristInnen sind, sondern ebenso katholische, altkath., presbyterianische, russ.orthodoxe ChristInnen, und außerdem Muslime unterschiedlicher Konfessionen (Suniten, Aleviten, Schiiten, Sufis) und ebenso Studierende aus Afrika mit ihren bemerkenswerten, biographisch bedingten Religions-Mischungen aus Naturreligionen/ Islam / Christentum und auch Studierende aus buddhistisch/ hinduistischen/maoistischen Kulturen Asiens. Auch Studierende, die von ihrer Ursprungsreligion aus guten Gründen Abstand genommen haben und sich eher säkular oder atheistisch verstehen, bringen sich hier ein. Und wenn wir Glück haben, werden wir auch einmal jüdische Studierende hier begrüßen können.
Eine befreiende Praxis sucht natürlich Spielräume, in denen man sich ausprobieren kann, in denen miteinander gestritten, gelacht, gebetet, geliebt und gelebt werden kann. Unser ESG-Haus, Parkstr.107, will diese Möglichkeiten bieten. ... also erwartet um Himmels willen nicht nur Bierernst!
Interkulturelles ESG-Leben beinhaltet:
- dass wir Studierenden unser Programm selbst bestimmen
- Eine offene Kneipe für alle und alles, besonders für Kontakte, Tanzen, int. Kochen, Parties, Kunstausstellungen....
- Christliche Kapellenzeiten und auch Interrelgiöse in der ESG-Kapelle
- Es gibt 2-3 mal im Semester größere Gottesdienste, meist in der Friedenskirche, Humboldtstraße, die sich ganz evangelisch mit der Korrespondenz von biblischem Wort und aktuellen Themen oder musikalischen Themenwelten unserer Zeit beschäftigen, oder die zusammen mit der Katholischen Hochschulgemeinde gefeiert werden oder ein interreligiöses Thema haben und von Studierenden unterschiedlicher Religionen gestaltet werden.
- Du findest hier interkulturelle und entwicklungspolitische Arbeit inclusive fünf studentische Projekte in Kamerun, Sudan und Guinea und ein Studienbegleitprogramm für int. Studierende.
- Manchmal heiße Diskussionen über politische Themen, die von internationalen und deutschen Studierenden mit unterschiedlichsten Perspektiven geführt werden,
- interessante bildende Seminare in Kooperation mit Unterrichtenden von Uni und Hochschule (z.B. Pädagogisches Atelier oder Blockseminare: Informatik + Gesellschaft etc.)
- und außerdem Beratung in Studien- und Lebensfragen
Letztes Update: 17/03/2009 um 17:12





